Werkstatt

(Hinweis: Diese Geschichte wird laufend fortgeschrieben und wurde zuletzt im Januar 2021 aktualisiert.)

Ich liebe es zu basteln.

Das war schon immer so und es wird wohl auch immer so bleiben. Deshalb war die Werkstattecke meines Vaters für mich immer von besonderem Reiz. Aber erst mit meinem Auszug ins Studentenwohnheim bekam ich die Chance, meine erste eigene Werkstatt einzurichten. Damals begann alles natürlich ganz bescheiden:

Verstaute Werkstatt im Studentenwohnheim.
Verstaute Werkstatt im Studentenwohnheim.

Man sieht nicht sehr viel, nicht wahr? Ich hatte nicht viel Platz zu verschenken, aber von einem guten Freund bekam ich einen alten Rollschrank geschenkt, wie man ihn für Computer verwendete. Und diesen baute ich zu einer kleinen Modellbauwerkstatt um:

Werkstatt im Wohnheim in Betrieb.
Werkstatt im Wohnheim in Betrieb.

Mit dem kleinen Balkontischchen als zusätzlicher Ablagefläche hatte ich schon ein richtig brauchbares kleines Reich. Der nächste große Schritt kam einige Jahre später, als ich mit meiner künftigen Frau eine gemeinsame Wohnung bezog:

Erste selbstgebaute Werkbank auf 2 m².
Erste selbstgebaute Werkbank auf 2 m².

Der Rollschrank wurde ersetzt durch eine Werkbank, die Küchenplatte und den Vorratsschrank entdeckte ich im Sperrmüll und die Unterkonstruktion stellte ich selbst her. Auf diesen zwei Quadratmetern in einem acht Quadratmeter messenden Keller entstanden die ersten Teile für meine Dewey Bros. Lokomotive.

Als wir dann aufs Land zogen, hatten wir plötzlich einen Lagerraum von fast 16 Quadratmetern zur Verfügung und ich durfte mir einen kleinen Teil davon als Werkstatt einrichten:

Eine ganze Wand im Lagerraum.
Eine ganze Wand im Lagerraum.

Immer noch sind fast alle Möbel Fundstücke aus dem Sperrmüll. Hier ging es dann aber richtig los: Die Porter, die Gartenbahn, mein Segelflieger. All diese Projekte wurden von hier aus unterstützt oder umgesetzt.  In der Zwischenzeit änderten sich langsam zwei Dinge: Mein Einkommen erlaubte mir allmählich größere Anschaffungen und meine Frau und ich begannen, unser Leben von unnötigem Besitz zu befreien. Dadurch wurde der Bedarf für Lagerplatz kleiner und ich durfte den frei werdenden Raum durch eine Trennwand in eine eigenständige Werkstatt verwandeln:

Die Werkstatt erhält eigene Trockenwände.
Die Werkstatt erhält eigene Trockenwände.

Die Konstruktion ist simpel, aber effektiv: An zwei alten Billy-Regalen, die fest mit der Wand verschraubt sind, wurden Leisten von Konstruktionsholz angebracht. An diesen wurden dann 12 mm starke OSB-Platten befestigt. Um Schimmel vorzubeugen wurde für Hinterlüftung gesorgt, indem die Platten unten auf kleinen Klötzen ruhen. Es bleibt also ein durchgehender Luftspalt.

Die Trockenwände sind fertig, rechts im Bild die zweite Werkbank.
Die Trockenwände sind fertig, rechts im Bild die zweite Werkbank.

Trotz all dieser Maßnahmen blieb die Werkstatt kein schöner Ort – es waren zu viele Dinge dort „zwischengelagert“ worden, es gab keinen Platz zum Arbeiten und keine Luft zum Atmen. Dank meiner Frau haben wir dann irgendwann Nägel mit Köpfen gemacht und einen Container mit zehn Kubikmetern Fassungsvermögen bestellt. Dort hinein kam alles, aber wirklich alles, für das wir keine konkrete Verwendung mehr hatten.

Weniger ist mehr: Freiraum für die Werkstatt und das innere Gleichgewicht.
Weniger ist mehr: Freiraum für die Werkstatt und das innere Gleichgewicht.

So schmerzhaft manche Trennung war, ich habe nur bei einem einzigen Stück bereut, dass es nicht mehr da ist. Der Rest fehlt mir nicht, im Gegenteil: Ich komme heute in eine luftige, aufgeräumte Werkstatt und habe Lust, etwas zu machen!

Dazu gehört unter anderem, dass ich in dem gewonnenen Platz neue Möglichkeiten für mehr Ordnung schaffen konnte, wie zum Beispiel mein selbst gebautes Lagerregal:

Die Bodenhalterungen und Dielenbretter werden festgeschraubt.
Die Bodenhalterungen und Dielenbretter werden festgeschraubt.

Mittlerweile verfüge ich über die ursprüngliche, hohe Fein-Werkbank und eine große, zweite Werkbank. Dazu ist ein alter Küchentisch mit verstärkter Unterkonstruktion gekommen, an dem ich planen oder Artikel für diese Webseite schreiben kann… oder ich genieße einfach den Ausblick.

Mein wichtigstes Anliegen ist es zur Zeit, mehr Struktur in die Werkstatt zu bringen und sie sauber und aufgeräumt zu halten. Ich habe über die Jahre gemerkt, dass ich oft mit einer kreativen Idee in die Werkstatt kam… nur um dann erst eine Stunde sauber machen und aufräumen zu müssen. Das erstickt im Wortsinne alle guten Ideen. Deshalb ist im November 2020 ein Werkzeugschrank aus Holzresten und alten Beschlägen entstanden.

Der neue Werkzeugschrank beginnt sich zu füllen.
Der neue Werkzeugschrank beginnt sich zu füllen.

Und natürlich ist damit noch nicht alles erzählt. Denn es gibt ja immer noch was zu tun…