Einer der Gründe, warum zwischen dem Baubeginn der Fauvette und dem Abschluss der linken Rumpfhälfte so viel Zeit vergangen ist, war mein Wunsch, ein Einziehfahrwerk einzubauen. Wirklich notwendig ist das natürlich nicht, aber der Gedanke ließ mich einfach nicht mehr los. Und natürlich musste es ein Eigenbau sein…
Für den Eigenbau sprachen Gewichts- und Kostenfragen. Selbst günstige Einziehfahrwerke kosten (Stand 2026) zwischen 130 und 280 Euro und wiegen zwischen 270 und 200 Gramm. Für ein Modell mit gerade einmal 1,6 kg Abfluggewicht ist das eine ganz schöne Hausnummer. Nachdem ich mir zunächst einige Gedanken zum Funktionsprinzip gemacht hatte, müssen die Platzverhältnisse im Rumpf ausgelotet werden. Dafür waren mit der Bandsäge schnell ein paar provisorische Teile aus Sperrholz ausgesägt, mit denen im Rohbau der linken Rumpfhälfte experimentiert werden kann.

Erfreulicherweise ist zwischen dem 4. und 6. Rumpfspant gerade eben genug Platz, um das Rad vollständig einfahren zu können. Das ausgefahrene Fahrwerk fluchtet mit dem 5. Rumpfspant, so wie die ursprüngliche, fest installierte Radaufnahme.

Von der eigentlichen Konstruktion des Fahrwerks habe ich leider keine Bilder angefertigt, aber letztlich habe ich „nur“ die oben sichtbaren Teile der Fahrwerkmechanik noch einmal aus GFK ausgeschnitten und die gesamte Konstruktion mit M3 Gewindestangen verbunden. Als Abstandshalter und Widerlager habe ich Messingrohr mit 4mm Außendurchmesser benutzt. Das Hauptrad stammt übrigens von meinem alten Taxi III, es ist einfach schön, dass man jahrzehntealte Bauteile wieder zum Einsatz bringen kann. Zur Erhöhung der Lebensdauer habe ich dem Hauptrad eine Messinghülse als Lagerung eingepresst.

Angetrieben wird das Fahrwerk von einem 19g-Servo mit Metallgetriebe, der mit dem Widerstand und dem Gewicht der Bauteile mühelos klarkommt. Das Fahrwerk lässt sich als Baugruppe in den Rumpf ein- und ausbauen, indem ich zwischen den Spanten 4 und 6 unten eine Aufnahme eingeleimt habe. Zusätzlichen Halt gibt oben am Spant 5 eine Klemmung, die das Drehmoment der Landestöße auffangen soll. Alle Teile wurden direkt doppelt angefertigt, um sie später auch in der rechten Rumpfhälfte einbauen zu können.

Habe ich mein Ziel erreicht? Das fertige Fahrwerk wiegt inklusive Servo gerade einmal 100 Gramm. Das ist auf jeden Fall ein voller Erfolg! Und wenn ich alle Material- und Teilekosten zusammenrechne, komme ich auf ungefähr 80 Euro, Servo und Rad inklusive. Hier ist Eigenbau also tatsächlich der Kauflösung in allen Punkten überlegen.
Gekostet hat es mich allerdings eine Menge Zeit und Nerven. Den ursprünglichen Plan, diese ganze Konstruktion auch noch mit einem gefederten Stoßdämpfer auszustatten habe ich am Ende verworfen, weil das Fahrwerk dadurch zu schwer und zu komplex geworden wäre. Und auch so hat dieses Nebenprojekt den Bau um fast ein halbes Jahr verzögert.
Habe ich meine Lektion gelernt und werde ich den Bau jetzt streng nach Plan fortsetzen? Gute Frage… die Zukunft wird es zeigen.

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