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Thermy 4: Wünsch Dir was!

Da ich mich nun also aufgerafft habe und den Thermy 4 tatsächlich bauen möchte, will ich mir zunächst einmal über eine Sache klar werden: Was will ich eigentlich?

Die Frage ist nicht ganz so trivial, wie man denken könnte. Ich plane diesen Flieger groß. Das heißt, ich will hier so viele Funktionen und Wünsche wie möglich realisieren, weil ich hoffe, den Vogel den Rest meines Lebens in Betrieb zu halten. Deshalb soll es heute darum gehen, welche Anforderungen ich an mein Modell stellen möchte.

Rahmenbedingungen

Zunächst einmal steht fest, dass ich in der Ebene fliegen werde. Das ist einfach meinem Wohnort geschuldet. Also wird eine besondere Festigkeit fürs Hangfliegen nicht nötig sein.

Dann werde ich höchstwahrscheinlich die allermeiste Zeit auf der grünen Wiese fliegen. Ich bin kein Vereinsmensch und brauche den Austausch mit Gleichgesinnten nicht. Ich, mein Flugzeug, ein paar Bussarde oder Störche als Gesellschaft – reicht! (Ich schaue gerade aus dem Fenster und beobachte einen Bussard, wie er die Thermik in Bodennähe mitnimmt…)

Meine Leidenschaft gilt dem Thermiksegeln. Kunstflug ist für mich eine vergnügliche Abwechslung, aber eben nur Beiwerk und nicht der Kern meines Fliegens. Das Modell soll also im Zweifelsfall eher langsam als schnell unterwegs sein.

Notwendige Funktionen

Aus diesen Rahmenbedingungen ergeben sich Anforderungen an das Flugzeug. (Seiten- und Höhenruder erwähne ich mal nicht weiter.) Ohne Verein oder feste Fliegerkollegen, bin ich auf Eigenstartfähigkeit angewiesen. In Betracht kommen Katapultstart, Winden- oder Gummi-Hochseilstart und ein Elektroantrieb. Von diesen bleibt für mich nur der Elektroantrieb mit Fahrtregler als realistische Option, die übrigen benötigen sehr viel Platz und stellen zusätzliche Anforderungen an die Festigkeit des Modells. Der Thermy ist sowieso in erster Linie als Elektrosegler ausgelegt. Dazu kommt die eingebaute Sicherheit, Außenlandungen vermeiden zu können.

Für das Thermiksegeln sind einzeln gesteuerte Wölbklappen in meinen Augen ein Muss. Sie erweitern den Geschwindigkeitsbereich und verbessern das Kurvenverhalten in der Thermik. Gleichzeitig können sie die Querruder unterstützen. Sie ermöglichen außerdem die Butterfly- oder Krähen-Stellung (Wölbklappen nach unten, Querruder nach oben) um bei der Landung oder notwendigen Abstiegen als Luftbremse zu wirken. Zum Verwölben und für die Butterfly-Stellung sind aber auch einzeln gesteuerte Querruder notwendig.

Ich habe den Thermy 4 vor Allem deshalb ausgewählt, weil er genau in dieses Einsatzprofil passt. Man sieht also, dass diese Überlegungen es einem sehr viel leichter machen, die richtigen Modelle in die engere Auswahl zu nehmen.

Gewünschte Funktionen

Als erste Erweiterung des ursprünglichen Modells möchte ich Störklappen einplanen. Für das vorbildähnliche Fliegen ist die Butterfly-Stellung nicht so schön. Und bei Landungen außerhalb von gepflegten Pisten sind die Wölbklappen gefährdet, wenn man sie nicht rechtzeitig vor dem Aufsetzen einfährt.

Auch wenn ich meistens auf der grünen Wiese fliege, möchte ich ein Fahrwerk einbauen. Einerseits für die Optik und andererseits für die Gelegenheiten, bei denen ich als Gastflieger auf einem Modellflugplatz unterwegs bin. Als technische Spielerei denke ich deshalb über eine Radbremse nach. Allerdings möchte ich erst Erfahrungen mit Landungen auf einer Piste sammeln um zu entscheiden, ob sich eine ferngesteuerte Bremse lohnt.

Für Dämmerungsflüge denke ich dann noch über eine Beleuchtung nach. Dementsprechend möchte ich einen Satz Positionslichter und einen ACL-Blitzer einplanen.

Dieses Modell wird für meine Verhältnisse äußerst teuer werden. Ich habe noch nie mehr als 250 € für ein Modell ausgegeben und hier steht vermutlich das fünf- bis sechsfache ins Haus. Ich möchte deshalb versuchen ein Gesamtrettungssystem einzubauen. Das wird definitiv ein Eigenbau werden, weil käuflich erwerbbare Rettungssysteme entweder nur für kleine Modelle geeignet, oder aber selber sehr kostspielig sind.

Außerdem wird zumindest die Option für eine Schleppkupplung eingeplant. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich nicht doch einmal mehr Kontakt zu anderen Modellfliegern aufnehme und dann möglicherweise F-Schlepp interessant wird.

Unerwünschtes und Unnötiges

Denkbar, aber nicht mit dem Design des Thermy kompatibel ist ein Flügel mit sechs Klappen. Ein zweiter Satz Querruder ist auch erst bei einem Großsegler wirklich sinnvoll.

Da ich auf Thermikfliegerei aus bin, werde ich auch ein Klapptriebwerk ausschließen. Es reizt mich zwar, aber das zusätzliche Gewicht ist es mir nicht wert. Und das Modell wird niemals ein Scale-Modell sein, deshalb wird es bei einem Frontantrieb bleiben.

Ebenfalls um Gewicht zu sparen wird auch kein Einziehfahrwerk, sondern ein starres Fahrwerk vorgesehen.

Äußerst reizvoll wäre ein Wasserballast-System. Ballast ist für hohe Geschwindigkeiten sinnvoll, aber ich werde mit dem Thermy weder Thermik-Rennen bestreiten, noch am Hang fliegen. Dort wäre der Ballast wirklich interessant, für rasantes Fliegen mit hohem Gewicht und geringere Landegeschwindigkeit nach dem Ablassen des Wassers. Ich behalte diese Option im Hinterkopf, falls ich in Zukunft mal einen Hangflieger oder einen Großsegler in Betracht ziehe.

Kanalbelegung

Aus diesen Anforderungen und Wünschen leitet sich die Anzahl der benötigten Kanäle ab:

  • 1 Kanal für den Fahrtregler
  • 2 Kanäle für Höhenruder und Seitenruder
  • 2 Kanäle für die wölbbaren, Butterfly-fähigen Querruder
  • 2 Kanäle für die Querruder-unterstützenden Wölbklappen
  • 1 Kanal für die Störklappen
  • 1 Kanal für die Radbremse
  • 1 Kanal für die Beleuchtung
  • 1 Kanal für das Gesamtrettungssystem
  • 1 Kanal für die Schleppkupplung

In Summe also 12 Kanäle, erfreulicherweise kann mein Sender das gerade noch unterstützen.

Damit sind meine technischen Ansprüche und Wünsche an den Thermy 4 abgesteckt. Beim nächsten Mal geht es um mögliche bauliche Variationen.

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