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Neuer Baubericht: Laderampe

Zur Vorbereitung des nächsten Fahrtags habe ich mir das Ziel gesteckt, für Betriebsmöglichkeiten zu sorgen. Deshalb soll dieses Mal kein neuer Waggon gefertigt werden, sondern eine Laderampe und ein wenig Frachtgut.

Für das Design der Rampe habe ich mich von Scott Perrys Blog inspirieren lassen, der eine sehr schöne und ausführliche Berichtserie veröffentlicht hat. Wer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sucht, kann sie im Prinzip dort finden.

Als Material habe ich dieses Mal einen Mix aus meinem bewährten Rotzederholz und Material aus dem Baumarkt verwendet. Letztlich waren es vor Allem die runden Stützpfeiler, die ich aus Buchen-Rundstäben zurechtgeschnitten habe. Auch hier macht sich der Schiebeschlitten sehr bezahlt.

Buchenrundholz wird für die Pfeiler auf Länge geschnitten.
Buchenrundholz wird für die Pfeiler auf Länge geschnitten.

Für die Stützen wähle ich Abstände von 4 Fuß mal 6 Fuß im Vorbildmaß, das entspricht hier ungefähr 60 mm mal 90 mm. Mit einer geplanten Gesamtlänge von knapp 26 Fuß wird die Rampe gerade ausreichen, um einen Waggon zu bedienen. Dadurch bleibt das Projekt überschaubar und die fertige Rampe lässt sich fast überall einsetzen, um ein kleines Ausweichgleis mit einer Industrie zu versehen.

Die Pfosten stehen 4 bzw. 6 Fuß auseinander, im Modell 6 und 9 cm.
Die Pfosten stehen 4 bzw. 6 Fuß auseinander, im Modell 6 und 9 cm.

Jeweils drei dieser Pfosten werden zu einem Bent zusammengefügt. Der originale Trick ist, dass durch zwei diagonale Streben dieser einzelne Bent absolut verwindungssteif gebaut ist und die Rampe dadurch eine Stabilität erlangt, die man einem so filigranen Holzbau überhaupt nicht zutraut. Weil ich selbst für diese kleine Rampe schon fünf Bents brauchen werde, habe ich als erstes eine Bauschablone angefertigt um mir die Arbeit zu erleichtern.

Die Schablone für die Bents entsteht.
Die Schablone für die Bents entsteht.

Wichtig dabei ist vor allem, die parallele Ausrichtung der Pfosten sicherzustellen. Die benötigten Rahmenstücke entstehen aus alten Leitstäben von Silvesterraketen und werden ganz formlos mit Heißkleber auf einem Stück Siebdruckplatte fixiert.

Abstandhalter für die Querbalken werden mit Heißkleber fixiert.
Abstandhalter für die Querbalken werden mit Heißkleber fixiert.

Mit der fertigen Schablone werden dann zunächst die Querbalken platziert und im Päckchen mit den Pfosten vorgebohrt. Ganz wichtig: Die Pfosten müssen stramm in der Schablone sitzen, sie dürfen sich ab jetzt nicht mehr drehen!

Die Querbalken und Pfosten werden gebohrt.
Die Querbalken und Pfosten werden gebohrt.

Denn als nächstes werden die Diagonalstreben aufgelegt und ebenfalls vorgebohrt. Wenn die Pfosten sich zwischendurch in ihren Halterungen drehen würden, dann passt die Konstruktion hinterher nicht mehr zusammen.

Auch die diagonalen Balken sind gebohrt.
Auch die diagonalen Balken sind gebohrt.

Wie man sehen kann, liegen beide Diagonal-Balken zuerst übereinander. Das ist wichtig, damit die zentrale Bohrung fluchtet. Danach wird dann die gewünschte Kreuzform ausgerichtet und die dafür notwendigen Löcher gebohrt. Man kann sich das Ganze wesentlich vereinfachen, indem man mit Stiften die Leisten an den Pfosten fixiert.

Mit Hilfe von Nägeln wird verhindert, dass Pfosten oder Balken beim bohren verrutschen.
Mit Hilfe von Nägeln wird verhindert, dass Pfosten oder Balken beim bohren verrutschen.

Die Querbalken und die Mitte der Diagonalstreben müssen mit Gewindestangen fixiert werden. Dafür nehme ich meinen bewährten Weidezaun-Draht, den ich schon für das Sprengwerk meines Flatcar-Prototyps verwendet habe.

Stahldraht für die Gewindestangen wird abgelängt.
Stahldraht für die Gewindestangen wird abgelängt.

Auf die abgelängten Stangen werden Gewinde geschnitten und dann kann es fast schon losgehen. Fast, weil für die Diagonalstreben an den Außenkanten keine Gewindestangen mit beidseitigem Gewinde, sondern solche mit einem Nietkopf benötigt werden. Diese habe ich aus Stahlnägeln mit 1,6 mm Durchmesser gefertigt. Dafür wird der Nagel in eine Minibohrmaschine eingespannt, so dass man den Kopf mit einer Schlüsselfeile in Form bringen kann. Dann noch ablängen und ein Gewinde schneiden, fertig!

Ein vollständiger Satz Material für einen Bent, im Hintergrund die Beschläge.
Ein vollständiger Satz Material für einen Bent, im Hintergrund die Beschläge.

Insgesamt braucht man für einen Bent drei Pfosten, je zwei Quer- und Diagonalbalken, vier Gewindestangen und vier Nietkopf-Stangen. Das sind für fünf Bents 20 zu feilende Nietköpfe und insgesamt 60 zu schneidende Gewinde. Eine nachgerade meditative Arbeit und man bekommt Routine, ob man will oder nicht…

Kleinserien-Arbeit.
Kleinserien-Arbeit.

Hier ist gerade ein Bent in Arbeit. Die Querbalken sind bereits mit Unterlegscheiben und Vierkantmuttern befestigt (gut, dass ich die nicht auch alle in Handarbeit herstellen musste…). Als nächstes werden die Nietkopf-Stangen versenkt und festgeschraubt.

Vierkantmuttern und Unterlegscheiben werden befestigt.
Vierkantmuttern und Unterlegscheiben werden befestigt.

Und so sieht das ganze am Ende des ersten Bastelnachmittags aus. Zwei Bents sind bereits fertig, drei müssen noch hergestellt werden. Die Bents habe ich mit handeslüblicher Schutzlasur für Außenholz-Konstruktionen gebeizt, ich wollte ein unauffälliges aber zugleich wetterfestes Finish erzielen.

Zwei Bents fertig und lasiert, drei fehlen noch.
Zwei Bents fertig und lasiert, drei fehlen noch.

Der nächste Schritt (wenn man die fehlenden Bents außer Acht lässt) ist dann die Konstruktion der Plattform.

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