Joyrider: Anlenkungen

Das Querruder ist fertig angelenkt.

Sobald die Servos für das Leitwerk eingebaut waren, habe ich mich mit der Anlenkung beschäftigt. Dabei gleich vorweg: Hier habe ich ein paar Denkfehler gemacht, die ich dann korrigieren musste. Ich habe sowohl die Fehler als auch die Lösungen dokumentiert, damit andere hoffentlich daraus lernen können.

Da ich mir nicht sicher bin, mit was für Kräften ich zu rechnen habe, baue ich hier im Zweifel zu massiv. Jedenfalls habe ich mir die Anlenkung des Easy Gliders zum Vorbild genommen und eine Kombination aus 1 mm Stahldraht, 2:1 mm und 3:2 mm Bowdenrohr gewählt.

Joyrider: Servoeinbau

Die Servos sind befestigt.

Der Einbau des Motors hat mir mächtig Auftrieb gegeben. Deshalb habe ich mich mit Feuereifer auf den Einbau der Servos gestürzt.

Leider wurde mir relativ schnell klar, dass ich mir durch meinen „planlosen“ Bau das Leben etwas schwerer gemacht habe. Um die Servos verlässlich befestigen zu können, muss zunächst der Rumpf hinter dem Cockpit verstärkt und zusätzlich verstrebt werden. Ich hatte das zumindest teilweise vorausgesehen und deshalb die Unterseite des Rumpfes nur mit wenigen Leisten aufgebaut. Aber nun wurde klar, dass man besser dran ist, wenn man die Befestigungspunkte für eine Servoplatte von vornherein einplant.

Joyrider: Einbau des Antriebs

Der Motor wird eingebaut.

Mit der Befestigung der Leitwerke ist der Rohbau nun endlich abgeschlossen und die Ausrüstung des Modells kann beginnen. OK, genau genommen hat die schon ein wenig begonnen, weil ich beim Bau der oberen Tragfläche die Querruder-Servos eingebaut hatte.

Ich werde mich von vorne nach hinten durch den Rumpf arbeiten. Und damit ist das Thema für heute klar: Der Motor muss eingebaut werden.

Joyrider: Leitwerk-Zusammenbau

Der Rohbau ist abgeschlossen.

Die Fertigstellung des Seitenleitwerks lässt nur noch den Zusammenbau des Leitwerks übrig. Dabei sind drei wichtige Ziele zu erfüllen: Das Höhenleitwerk muss parallel zur Längsachse ausgerichtet werden, ebenso das Seitenleitwerk und das Seitenleitwerk muss senkrecht zum Höhenleitwerk stehen.

Den wichtigsten Beitrag zur rechtwinkligen Anordnung liefern die sauberen Schnittkanten, die ich mit der Tischkreissäge problemlos erzielen kann. Zur zusätzlichen Stabilisierung dieser Ausrichtung, habe ich zuerst zwei Führungen aus Balsaholz angefertigt und stromlinienförmig angeschliffen.

Die Führung für das Seitenleitwerk entsteht.
Die Führung für das Seitenleitwerk entsteht.

Joyrider: Seitenleitwerk

Vor dem Verschleifen des Randbogens.

Der Rohbau kommt zum Abschluss: Nachdem das Höhenleitwerk weit vorangeschritten ist, kommt das Seitenleitwerk dran.

Höhenflosse und -ruder mit Verstärkungen.

Schon beim Bau des Höhenleitwerks wurde mir klar, dass ich einen Designfehler gemacht habe: Die dünnen Nasen- und Endleisten sind stumpf auf die Randbögen geklebt, dadurch fehlt Klebefläche und letztlich Stabilität. Das bessere ich aus, indem ich die Ecken mit kleinen Winkelstücken verstärke. Und mit den daraus gewonnen Wissen geht es direkt weiter an das Seitenleitwerk.

Joyrider: Höhenleitwerk

Der Abschluss des Fahrwerks lässt nur noch ein Segment über, das für den Rohbau verbleibt: Das Leitwerk. Vor diesem Abschnitt hatte ich mich eine Weile gedrückt, denn das Leitwerk legt letztendlich fest, wie gut oder schlecht sich ein Flugzeug steuern lässt:

Ist es zu klein, dann ist die Maschine nicht kontrollierbar. Ist es zu groß, spricht der Vogal an wie ein Felsbrocken. Dieser Effekt wird außerdem durch die Rumpflänge beeinflusst, wie ich beim Bau des Rumpfes schon erwähnt hatte. Deshalb bin ich wirklich froh, dass ich auf der Webseite von Christian Forrer eine Kalkulationstabelle für die Berechnung von Flugmodellen gefunden hatte, bevor ich ernsthaft an die Konstruktion meines Doppeldeckers ging. Basierend auf den bisher konstruierten Bauteilen, konnte ich die Mindestmaße für mein Leitwerk berechnen und loslegen.

Joyrider: Fahrwerk

Mit dem Abschluss des Rumpfes ist es Zeit, sich dem Fahrwerk zuzuwenden. Hier habe ich zwei zentrale Anforderungen an mein Modell: Erstens möchte ich auf glatten Pisten die Fähigkeit zu Bodenstarts haben und zweitens sollte das Fahrwerk gefedert sein, um die Landestöße zu dämpfen.

Das ist bei einem so kleinen Modell natürlich schon eine Hausnummer. Da ich auch keine Buschflieger-Reifen an einem Doppeldecker befestigen möchte, werde ich wahrscheinlich nicht einmal von kurzgemähten Graspisten starten können, aber Hartbelagspisten sollten im Rahmen des möglichen sein.  Grundsätzlich möchte ich nicht auf ein Fahrwerk verzichten, weil es einerseits dem Propeller einen gewissen Schutz bei der Landung bietet und andererseits zum vorbildähnlichen Aussehen einfach dazugehört. Ich kenne tatsächlich nur einen einzigen Doppeldecker mit Einziehfahwerk, die Polikarpow I-153 „Tschaika“.

Joyrider: Nase

Nachdem der hintere Rumpf im Rohbau fertiggestellt war, musste natürlich auch die Rumpfnase ausgestaltet werden. Hier stieß ich zum ersten Mal an die Grenzen meiner Fertigkeiten und musste mehrfach neu bauen.

Die Hauptschwierigkeit lag in der recht starken Biegung, die ich den Stringern für die Nase zumuten wollte. Ich hatte zwar die Unterseite auf dem Baubrett gut biegen können und die Verklebungen waren auch stabil, aber beim Versuch, die beiden Rumpfhälften zusammen zu fügen, kam ich doch an die Grenzen dessen, was der Holzleim zu leisten imstande war.

Joyrider: Rumpf

Nachdem ich in sehr kurzer Zeit die obere Tragfläche fertiggestellt hatte, wollte ich als nächstes den Rumpf beginnen. In erster Linie, weil ich nicht mehr genug Restmaterial für die untere Tragfläche hatte. Allerdings auch deshalb, weil ich noch nie einen Flugzeugrumpf aus Holz selbst konstruiert habe. Deshalb sollte das die nächste große Prüfung meines Durchhaltevermögens werden.

Neuer Baubericht: Doppeldecker „Joyrider“

Nach etwa einem halben Jahr mit dem EasyGlider wurde der Wunsch immer stärker, ein weiteres Modell zur Verfügung zu haben.

Dabei wurde mir aber schnell klar, dass ich mir Modelle eher selber bauen als fertig kaufen möchte. Gerade bei großen Modellen wäre der finanzielle Aufwand für mich sonst nicht mehr zu stemmen. Da aber auch der Eigenbau beträchtliche Mittel verschlingen kann, wollte ich erst einmal meine eigene Willensstärke erproben: Will ich wirklich ein Flugmodell komplett selbst bauen?

Deshalb wurde ein uralter Lager-Karton mit Balsaholz geplündert, nach dem Motto: erstmal wird nur Zeit investiert. Schnell war klar, dass das Material nicht ganz für ein vollständiges Flugzeug reichen würde, aber es würde zumindest eine schöne erste Probe für meinen Durchhaltewillen abgeben.